"Der Geist macht uns ..."

Vinzenz von Paul sagt:
"Der Geist macht uns fähig,Gottes Güte sichtbar werden zu lassen."

Vinzenz hat sich seine Herzensgüte erst schwer erringen müssen, um zu einem Gleichgewicht von Herz und Geist zu gelangen. Oft erklärte er, er habe im Leben dreimal wirklich harte Worte gebraucht, weil er meinte, es gäbe einen Grund dafür. Stets haber es bereut, weil der Zweck völlig misslungen sei. Er verdemütige sich beim geringsten Anlass immer wieder und versicherte, es sei im Leben durch Güte alles zu erreichen.
"Manchmal genügt ein bloßes gütiges Wort, um einen Verhärteten zu wandeln, während ein rohes Wort imstande ist, eine Seele zu verwüsten und eine Bitterkeit hervorzurufen, die ihr sehr schaden kann."
In einem Gebet formuliert er:

Jesus Christus, mein Erlöser!
Mehr als alle Menschen zusammen hast du Erbarmen und Liebe geübt,
hast aber auch am meisten Unrecht und Kränkung erfahren,
ohne verbittert zu sein.
Schenke uns den Geist des Erbarmens, der in dir glühte,
gib uns die Milde und Hilfsbereitschaft,
wie du sie selbst deinen Feinden verwiesen hast.
So möge sich der ewige Plan des göttlichen Willens an uns erfüllen:
die Verherrlichung des Vaters
durch die Nachahmung deines Tuns
und die Ausbreitung deiner Liebe auf Erden.
Amen.

[Wort für den Monat Juni 1995]