Holger Szesnat: Willkommen in der Vinzenzpforte

Holger Szesnat: Willkommen in der Vinzenzpforte

Wer mit Holger Szesnat spricht, merkt schnell seine ruhige und zugewandte Art. Er hört aufmerksam zu, nimmt sich Zeit und begegnet Menschen offen und ohne große Worte. Erst nach und nach erfährt man, wie viel er erlebt hat und wie viele Wege ihn schließlich zur Vinzenzpforte geführt haben.

Seit dem 15. April 2026 arbeitet der gebürtige Düsseldorfer bei uns in der Vinzenzpforte. Seine Aufgaben sind vielfältig – genauso wie der Alltag hier. Er ist „Willkommensheißer“, Ansprechpartner für Gäste und Ehrenamtliche, hört zu, unterstützt, berät, kümmert sich darum, dass alles genug zu essen finden und ist einfach da, wo jemand ihn braucht.

In die Soziale Arbeit der Vinzenzpforte ist Holger als Quereinsteiger gekommen. Erfahrungen im Umgang mit Menschen bringt er allerdings reichlich mit: Mehr als 35 Jahre war er weltweit als Hochschullehrer für Theologie tätig, unter anderem in Südafrika, England, Fidschi, und Papua-Neuguinea. Diese Jahre haben ihn geprägt – fachlich, aber vor allem menschlich.

Die Theologie bezeichnet Holger selbst als seine Berufung. Im Mittelpunkt stand für ihn dabei immer der Mensch: miteinander sprechen, zuhören und füreinander da sein – besonders in schwierigen Lebenssituationen.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland vor einem Jahr suchte er erneut nach einer sinnvollen Aufgabe nah am Menschen. Über einen Freund führte ihn der Weg nach Hildesheim und schließlich auch in die Vinzenzpforte.

Besonders schätzt Holger hier die Atmosphäre und die Vielfalt der Menschen. „Jeder Tag ist anders“, erzählt er. Die unterschiedlichen Lebensgeschichten empfindet er als spannend und bewegend zugleich. Viele Gäste hätten schwere Erfahrungen gemacht und dennoch ihre ganz eigene Art gefunden, mit dem Leben umzugehen.

Auch das Ehrenamt in der Vinzenzpforte beeindruckt ihn. Das Engagement und die Vielfalt der Ehrenamtlichen empfindet er als motivierend und bereichernd. „Jeden Tag lerne ich hier etwas dazu“, sagt er.

Dass Orte wie die Vinzenzpforte wichtig sind, davon ist Holger überzeugt. Gerade Einsamkeit nehme in Städten immer mehr zu. Ein Ort, an dem Menschen miteinander ins Gespräch kommen können, sei deshalb besonders wertvoll.

Auch privat ist Holger vielseitig interessiert. Er liest gerne – vor allem englischsprachige Literatur und afrikanische Romane. Außerdem schreibt und liest er wissenschaftliche theologische Texte, oft spätabends oder nachts. „Ich bin eher eine Nachteule“, sagt er schmunzelnd.

Daneben kocht er gerne indisch, backt Brot und verbringt möglichst viel Zeit draußen in der Sonne. Vielleicht begegnet man ihm also irgendwann bei selbstgebackenem Brot im Garten der Vinzenzpforte.

Und falls noch die Frage offenbleibt: Kaffee oder Tee?
Holgers Antwort kommt ohne Zögern: „Kaffee. Schwarz. Stark.“