„Gemeinschaft über Kontinente“

Fünf delegierte Schwestern aus Peru sind zum Generalkapitel angereist. Nun wurde Schwester Clara-Maria Siesquén Piscoya als erste peruanische Schwester in die Generalleitung der Schwesternschaft gewählt. Damit wachsen die beiden Teile der Kongregation weiter zusammen.

HILDESHEIM. „Wir waren noch eine Woche vor Abreise unsicher, ob wir überhaupt in den Flieger steigen können“, erzählt Schwester M. Lucía Verona Santisteban, Regionaloberin der Vinzentinerinnen Hildesheim in Peru. Und dann, im Mutterhaus in Hildesheim angekommen, mussten die peruanischen Schwestern erst einmal eine Woche in Quarantäne. Die Begrüßung mit den Schwestern aus Hildesheim war nur mit einem Winken durchs Fenster möglich. „Deshalb ist es ein besonderes Glück, dass wir jetzt wieder Zeit miteinander verbringen können!“

Im Generalkapitel arbeiteten peruanische und deutsche Schwestern eng zusammen, auch räumlich. Im Refektorium, dem großen, holzvertäfelten Speisesaal der Ordensgemeinschaft, waren die Tische im Hufeisen aufgestellt. Zwei Schwestern mit Lateinamerika-Erfahrung übersetzten die Beratungen simultan auf Deutsch und Spanisch. „Diese Gespräche waren sehr bereichernd, auch weil Schwestern aus drei Generationen sich vertrauensvoll ausgetauscht haben“, so Schwester Clara-Maria Siesquén Piscoya, die in den anschließenden Wahlen als erste peruanische Schwester in den Generalrat, das Leitungsgremium der Vinzentinerinnen Hildesheim, gewählt wurde. Das sei ein wichtiger Schritt, weil die Lebenswirklichkeit in Peru durch eine Generalrätin direkter vermittelt werden könne, betont Schwester M. Silvia Vilchez Campos, Regionalvikarin des peruanischen Teils der Kongregation. Umgekehrt seien die Schwestern aus Peru durch die Vertretung im Generalrat auch näher dran an dem, was in Deutschland geschieht. „Es geht darum, dass wir als binationale Gemeinschaft über Kontinente hinweg weiter zusammenwachsen.“

In Deutschland und Peru stehen für die Vinzentinerinnen Hildesheim in den kommenden Jahren große Herausforderungen an, etwa umfassende Sozialprojekte wie die Entwicklung des Guts Steuerwald oder die Umnutzung eines landwirtschaftlichen Grundstücks bei Ica im Westen Perus. Gleichzeitig wird die Weiterentwicklung der binationalen Gemeinschaft angestrebt. So wäre für die Schwestern eine gemeinsame Überarbeitung der Lebensordnung ein entscheidender Schritt.

Schwester Clara-Maria, die neu gewählte Generalrätin, lässt jedenfalls die konzentrierte, positive Stimmung im Generalkapitel hoffnungsfroh in die Zukunft blicken. „So kann das vinzentinische Charisma weiterwachsen.“ Auf diesem Weg leite die Gemeinschaft auch ihr soziales Engagement, fügt Schwester Silvia hinzu. „Gerade das Kinderheim in Trujillo eröffnet ja Mädchen und jungen Frauen neue Lebenschancen. Insofern haben wir die Hoffnung ganz konkret vor Augen. Jeden Tag.“

Es ist das Jubiläumsjahr des Kinderheims Trujillo: Mit einer Patenschaft für ein Jahr können Sie einem lieben Menschen ein besonderes Geschenk machen - und Mädchen aus schwierigen Familienverhältnissen helfen. Als einleuchtendes Zeichen erhält die beschenkte Person die Jubiläumskerze des Kinderheims, die von den Mädchen gestaltet wurde. Anfrage unter peru@vinzentinerinnen-hildesheim.de.