Vinzenzpforte

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Vom Tellerwäscher zum halben Sozialarbeiter

Es war ein grauer und kalter Septembermorgen an dem ich, gestresst von der vorangegangen Seminarwoche, die entspannte Phase nach dem Abitur endgültig beendete, indem ich mich das erste Mal auf den Weg in die Vinzenzpforte machte.

Damals wusste ich noch nicht so genau, wer oder was mich hinter dieser Tür erwartet, weshalb ich umso positiver überrascht wurde. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Jeanne Golla, fand ich mich bereits an der Brotschneidemaschine wieder, wo ich das erste von hunderten  Broten schnitt, die im Laufe dieses Freiwilligendienstes dran glauben mussten. Nach einer kritischen Debatte über besagte Seminarwoche trudelten auch schon die ersten Gäste ein. Damals größtenteils die Gleichen wie heute.

Ich hatte Jeanne bereits gewarnt, dass Smalltalk nicht meine größte Stärke ist, weswegen ich vorerst Schwierigkeiten hatte Gespräche anzufangen. Im Laufe der Wochen lernte ich unsere Besucher trotzdem besser kennen und ihre Herzlichkeit zu schätzen. Durch Gespräche, über das Wetter, den Alltag, meine Heimat, ihre Heimat und allerlei Unsinn fiel es mir immer leichter Gespräche anzufangen, weshalb meine Tätigkeit nicht mehr nur aus Abwaschen sondern auch aus Gesprächen, Scherzen und Diskussionen bestand.

Schnell merkte ich, dass der Aspekt der "persönlichen Weiterentwicklung" nicht nur in der Beschreibung des Bundesfreiwilligendienstes stand, um staatliche Unterstützung zu erhalten. Ich konnte auf einmal sicherer und spontaner Gespräche führen, meine politische Einstellung verschob sich durch den Satz "wer in Deutschland verhungert ist dumm wie Brot" von einem unserer Besucher von links aus weiter in die Mitte des Parteienspektrums und ich merkte, dass die Arbeitswelt etwas gänzlich anderes ist als die Schulwelt.

Ich wurde anscheinend erwachsener. Auch realisierte ich schnell, dass soziale Arbeit nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen ist, sondern das auch viel Mist passiert, egal ob es sich dabei um Pöbeleien, gelegentliche körperliche Auseinandersetzungen oder plötzliche Todesfälle handelt.

Dennoch war das vergangene Jahr mit Sicherheit das lehrreichste, interessanteste und wahrscheinlich auch das beste in meinem bisherigen Leben und ich möchte mich an dieser Stelle bei unseren freiwilligen Helferinnen Anne, Marie Rose und Ruth bedanken, ohne die es um einiges stressiger aber auch langweiliger gewesen wäre. Für die Unterstützung durch Martin, Frau Moock, Frau Linke, Schwester Liberata, Schwester Hanna, Margit, Frau Bergmann  und die vielen anderen, die ich jetzt wahrscheinlich leider vergessen habe, bin ich ebenfalls sehr dankbar.

Auch unseren zahlreichen Besuchern bin ich zu Dank verpflichtet, weil sie mich so wunderbar auf- und angenommen haben und den Freiwilligendienst zu einer großartigen Zeit gemacht haben.

Zu guter/trauriger Letzt danke ich Jeanne Golla, weil Sie mich immer unterstützt hat, meine Ideen und Einfälle in die Gestaltung der Pforte einfließen lassen hat, ich mich immer auf sie verlassen konnte und sie mich das vergangene Jahr lang wunderbar begleitet hat.

Tobias Thobor, 13. Juni 2018

 

Die Weihnachtsfeier 2017

Auch dieses Jahr konnten wir wieder, dank großzügiger Spenden, in der Vinzenzpforte Weihnachten feiern. An Heilig Abend gab es erst Kaffee und Kuchen und im Anschluss ein wunderbares Essen, das uns vom Bernwards Krankenhaus gespendet wurde.
Abschließend verteilten wir noch Geschenkboxen mit nützlichen Alltagsgegenständen wie zum Beispiel Duschgel und Kaffee.
Auch an den folgenden zwei Weihnachtsfeiertagen konnte die Pforte, mit der Unterstützung von großartigen Freiwilligen, geöffnet sein und leckere Weihnachtsessen verteilen.
Vielen Dank an alle Helfer und Spender die dieses Fest ermöglicht haben!

 

Der Kalender des Kalenderprojekts

Der Kalender aus dem Projekt: Lieblings(w)orte, das im letzten Artikel beschrieben wurde, steht nun kurz vor der Fertigstellung.
Entweder im Taschen-  oder im Postkartenformat, erwartet Sie jeden Monat ein neuer Lieblingsort oder ein neues Lieblingswort unserer Besucher. Das könnte zum Beispiel eine spannende Fotografie von einem Zuhause sein, ein Bild von einem Baum, aber auch mal ein Foto aus einer Kneipe.
Die Lieblingsworte sind meistens philosophische Zitate über Frieden und Hoffnung von Schriftstellern wie Friedrich Rückert. Man kann den Kalender zwar erst ab Mitte November erwerben, doch es lohnt sich zu warten, weil ein, von Bedürftigen gestalteter Kalender sicher ein wunderbares Geschenk zum Fest der (Nächsten-)Liebe ist.

 

Projekt: Lieblings(w)orte

"Haben Sie einen Lieblingsort oder ein Lieblingswort?"
Mit dieser Frage haben wir in der Vinzenzpforte gerade ein Projekt begonnen. Jeder Besucher der Lust dazu hat, kann sich daran beteiligen und seinen Lieblingsort oder sein Lieblingswort darstellen. Dabei sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt: Es wird fotografiert, gemalt, gezeichnet, gesprüht, geklebt… .
Fachlich unterstützt werden wir bei diesem Projekt von Studentinnen der Fachbereich Gestaltung und Soziale Arbeit der HAWK [Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst], finanziell unterstützt uns dabei die Johannishofstiftung der Stadt Hildesheim und die „Anderen Zeiten“ Förderung. An dieser Stelle schon mal ein großes: DANKESCHÖN!
Die Ergebnisse werden dann ab September zu einem Taschen – und Postkartenkalender verarbeitet. Einen kleinen Vorgeschmack gibt’s schon mal hier …

 

Danke für die großzügigen Spenden

Mit Unterstützung vieler Spender konnte das Team der Vinzenzpforte 50 Weihnachtspäckchen für die Besucher packen. -
Vielen herzlichen Dank - auch im Namen der Beschenkten!

 

 Weihnachten an der Vinzenzpforte

 Auch am 24. Dezember und den beiden Weihnachtsfeiertagen konnte die Vip offen sein.

 

Ein Jahr Vinzenzpforte (Vip)

Den ersten Jahrestag nach der Neueröffnung der Vinzenzpforte haben wir am 8. Dezember 2016 mit einem kleinen Grillfest gefeiert.

 

Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen wollen

Die Vinzenzpforte finanziert sich durch Spenden – helfen Sie uns die Bedürftigen unserer Stadt nicht aus dem Blick zu verlieren und unterstützen Sie uns finanziell:

    Kongregation der Barmherzigen Schwestern 
    IBAN: DE20 2595 0130 0000 0595 01
    BIC: NOLA DE 21 HIK
           Verwendungszweck: Vinzenzpforte

Aber auch mit Lebensmittelspenden können Sie uns helfen, wobei immer Kaffee, Tee sowie Wurst- und Käseaufschnitt benötigt wird.