Abschied aus Hannover

Übervoll war die Kapelle des Vinzenzkrankenhauses am Nachmittag als am 8. November 2018 im Rahmen eines Gottesdienstes unsere Schwestern aus Hannover verabschiedet wurden.
In seiner Einführung betonte Pfarrer Thomas Berkefeld von der Pfarrei Heilige Engel in Kirchrode, dass die Pfarrei "das Staffelholz übernehmen und die Krankenhaus-Kapelle als geistlichen Ort erhalten möchte".
In seiner Predigt würdigte Propst Martin Tenge das Wirken der Schwestern. Mit ihrem Weggang "geht gelebter Glaube verloren. Man kann nicht mehr in einem Gesicht ablesen, dass es Menschen gibt, die alles auf Gott gesetzt haben". Sein Wunsch: "Wirken Sie weiter! Man soll Ihnen ansehen können, dass Sie so für Gott leben, dass er Sie auch noch im hohen Alter an einen anderen Ort versetzen kann". Dieses Zeugnis ist wichtig und auch in Alter und Krankheit möglich.
Nach dem Gottesdienst, bei dem vier Priester am Altar standen, und der mit Musikstücken für Orgel und Trompete ein feierliches Gepräge erhielt, fand noch ein kleiner Festakt statt.
Generaloberin Schwester Teresa zitierte in ihrer Ansprache zuerst den hl. Vinzenz von Paul: "Gottes Dinge geschehen von selbst. Die wahre Weisheit besteht darin der Vorsehung Schritt für Schritt zu folgen" und leitete dann zu einem kurzen historischen Rückblick über. Am 15. Oktober 1862 kamen die ersten Schwestern nach Hannover und gründeten eine Niederlassung. Im Laufe der Jahre waren bis zu 130 Schwestern in 15 Niederlassungen tätig. Das Haus Katharina ist die jüngste Einrichtung. Gegründet im Januar 2003 als Schwesternaltenheim ist das Haus mittlerweile zu groß geworden. Daher wurde von zwei Jahren beschlossen, im Rahmen der Sanierung des Altenpflegeheims St. Paulus beim Mutterhaus in Hildesheim dort Räumlichkeiten für betagte und pflegebedürftige Schwestern zu schaffen. Schwester Teresa dankte allen, die im Vinzenzkrankenhaus und im Hospiz Luise mit den Schwestern zusammen gearbeitet haben und schloss: "Wir bleiben Ihnen im Gebet verbunden und sagen 'Auf Wiedersehen!'"
Geschäftsführer Michael Hartlage vom Vinzenzkrankenhaus nahm das Wort vom Flohmarkt-Plakat "Niemals geht man so ganz" aus Ausgangspunkt seiner Überlegungen. Auch wenn die Schwestern gehen, bleiben Spuren ihres Wirkens, ihrer Begegnungen mit Menschen und die Prägung der Einrichtungen zurück. "Auch wenn Sie jetzt gehen, der vinzentinische Geist bleibt als Ihr Vermächtnis zurück!"
Als Abschiedsgeschenk bekam jede Schwester eine Rose und der Konvent einen Rosenstock zum Einpflanzen im Mutterhaus-Garten.
Monika Schinke, die Leitung von Haus Katharina, berichtete, dass in den vergangenen zwei Jahren, seit der Umzug bekannt ist, das Mitgehen Gottes erfahrbar war. Mitarbeitende aus dem Vinzenzkrankenhaus und dem benachbarten Hospiz Luise haben immer wieder Hilfe und Unterstützung angeboten. In der kommenden Woche ist der Umzug nach Hildesheim. "Wir verlassen Hannover, aber wir sind sicher: In Hildesheim finden wir offene Türen und offene Herzen!"
Bei der anschließenden Begegnung mit Imbiss auf den Fluren und im Speisesaal der Schwestern (in dem an einer Wand Umzugskartons hoch aufgestapelt waren) nutzten viele die Gelegenheit, sich auch persönlich zu verabschieden.